Lazarus For Delphi Users/de

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Diese Beschreibung ist für Leute gedacht, die an Lazarus interessiert sind und Delphi bereits kennen. Sie beschreibt die Unterschiede zwischen den beiden.

Delphi -> Lazarus

Lazarus ist ein Rapid Application Development (RAD) Tool wie Delphi. Das bedeutet, es enthält eine visuelle Komponentenbibliothek und eine IDE. Die Lazarus Component Library (LCL) ist sehr ähnlich zu Delphi's VCL. Die meisten Units, Klassen und Eigenschaften haben den selben Namen und die selbe Funktionalität. Dies macht eine Portierung (von Delphi zu Lazarus) einfach. Aber Lazarus ist kein 'Open Source Delphi Klon'. Erwarten Sie daher keine 100%ige Kompatibilität.

Die größten Unterschiede

Lazarus ist komplett Open Source, ist plattformunabhängig geschrieben und benutzt den mächtigen Free Pascal Compiler (FPC). FPC läuft auf mehr als 15 Plattformen. Aber nicht alle Packages und Bibliotheken sind portiert, so dass Lazarus gegenwärtig unter Linux (i386, x86_64), FreeBSD (i386), Mac OS X (powerpc, i386) und Windows (i386, x86_64) läuft.

Lazarus ist nicht komplett, genau so wenig wie es dieser Text ist. Wir suchen ständig neue Entwickler, Package-Entwickler, Portierer, Dokumentations-Schreiber, ... .

Die erste Aktion bei der Konvertierung eines Delphi-Projekts

Nachdem Lazarus gestartet ist, gehen Sie zu Werkzeuge und dann zu Delphi- in Lazarus-Project umwandeln. Das wird nicht alles für Sie erledigen, Sie aber ein gutes Stück weiter bringen. Beachten Sie, dass die Konvertierungstools der Lazarus-IDE generell nur Einweg-Konvertierungen durchführen. Falls Sie die Kompatibilität zu Delphi aufrecht halten müssen, sodass Sie Ihr Projekt sowohl mit Delphi als auch mit Lazarus kompilieren können, versuchen Sie stattdessen Ihre Dateien mit dem XDev Toolkit zu konvertieren.

Unicode-Unterstützung

Die Versionen von Delphi bis zu Delphi 2007 hatten keine Unterstützung von Unicode, aber verwendeten die Windows-ANSI-Kodierung. Delphi unterstützt Unicode mit in UTF-16 kodierten Zeichenketten seit der Version 2009.

Lazarus startete im Gegensatz dazu seine Unicode-Unterstützung früher und verwendet in UTF-8 kodierte Zeichenketten. Für weitere Informationen siehe LCL Unicode Support.

Delphi IDE -> Lazarus IDE

Projekte

Die Hauptdatei einer Delphi Anwendung ist die .dpr Datei. Die Hauptdatei eines Lazarus Projekts ist die .lpi Datei (Lazarus Project Information). Eine .dpr Datei ist die Hauptquelle eines Programms und die Delphi IDE speichert hier einige Informationen über die Compiler-Schalter und Units. Eine Lazarus-Anwendung hat auch eine .lpr Datei, die auch die wichtigste Quelldatei ist. Aber alle anderen Informationen werden in der .lpi Datei gespeichert. Daher ist die .lpi Datei die wichtigste Datei.

Zum Beispiel:

Delphi speichert die Pfade der Units in der .dpr-Datei. Beispielsweise: unit1 in 'path/Unit1.pas'. Diese 'in'-Pfade sind Delphispezifisch und werden nicht von der Lazarus-IDE gelesen. Verwenden Sie sie nicht. Benutzen Sie stattdessen die Unitpfade der Compilereinstellungen.

Delphi speichert Compilereinstellungen in der .dpr-Datei. Beispielsweise {$APPTYPE CONSOLE}. Diese werden von der Lazarus-IDE ignoriert. Verwenden Sie sie nicht. Benutzen Sie stattdessen die Compilereinstellungen.


Eine wichtige Regel: Es gibt immer ein Projekt. Der einzige Weg, um ein Projekt "zu beenden", ist, Lazarus zu beenden oder ein anderes Projekt zu öffnen. Das ist so, weil ein Lazarus Projekt auch eine "Sitzung" ist. Das bedeutet, dass die aktuellen Editoreinstellungen auch in der .lpi Datei gespeichert sind und wiederhergestellt werden, wenn sie das Projekt wieder öffnen. Zum Beispiel: Sie debuggen eine Anwendung, setzen eine Menge Haltepunkte (Breakpoints) und Lesezeichen (Bookmarks). Sie können das Projekt jederzeit speichern, Lazarus schließen oder ein anderes Projekt öffnen. Wenn Sie das Projekt wieder öffnen, sogar auf einem anderen Computer, werden alle Ihre Haltepunkte, Lesezeichen, geöffneten Dateien, Cursorpositionen, Sprunghistorie, ... wieder hergestellt.

Quelltext-Editor

Nahezu alle Tasten und Tastenkürzel (short cuts) können unter 'Einstellungen -> Editoreinstellungen -> Tastaturbelegung' festgelegt werden.

Die Lazarus IDE besitzt eine Menge von Werkzeugen für Quelltexte. Viele von ihnen sehen aus und arbeiten sehr ähnlich wie Delphi. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied: Lazarus benutzt nicht den Compiler, um Code-Informationen zu erhalten. Es analysiert die Quelltexte direkt. Dies hat eine Menge von bedeutenden Vorteilen:

Der Quelltext-Editor berücksichtigt Kommentare. Für Delphi sind die Kommentare in den Quellen einfach nur Leerzeichen im Code. Kein Code-Werkzeug funktioniert dort und wenn neuer Code automatisch eingefügt wird, dann wandern Ihre Kommentare. Unter Lazarus können Sie eine 'find declaration' sogar für Code in den Kommentaren erstellen. Obwohl dies nicht komplett zuverlässig ist, funktioniert es oftmals. Und wenn neuer Code eingefügt ist, dann benutzt die IDE einige heuristische Methoden, um Kommentare und Code zusammen zu halten. Zum Beispiel: Es wird die Zeile "c: char; // comment" nicht aufgeteilt.

Delphi's "Code Completion" (Strg+Space) wird "Bezeichner-Vervollständigung" genannt unter Lazarus. Der Lazarus Begriff "Codevervollständigung" ist ein Werkzeug, das automatische "Klassenvervollständigung" (das gleiche wie unter Delphi), "Local Variable Completion" und "Event Assignment Completion" kombiniert. Alle von ihnen werden mit Strg+Shift+C aufgerufen und die IDE ermittelt über die Cursorposition, was gemeint ist.

Beispiel für Local Variable Completion

Nehmen wir an, dass Sie gerade eine neue Methode erzeugt haben und die Anweisung lautet "i:=3;"

procedure TForm1.DoSomething;
begin
  i := 3;
end;

Positionieren Sie den Cursor über dem Bezeichner "i" und drücken Sie Strg+ Shift+C und Sie erhalten:

procedure TForm1.DoSomething;
var i: Integer;
begin
  i := 3;
end;

Beispiel für Event Assignment Completion

Ein nettes Feature des Objektinspektors ist die automatische Erzeugung von Methoden. Das selbe können Sie im Quelltext-Editor erhalten.
Zum Beispiel:

Button1.OnClick:=

Positionieren Sie den Cursor hinter dem Zuweisungsoperator ":=" und drücken Sie Strg+ Shift+C.

Beispiel für Procedure Call Completion

Angenommen Sie haben gerade folgende Anweisung geschrieben: "DoSomething(Width);"

procedure SomeProcedure;
var
  Width: integer;
begin
  Width:=3;
  DoSomething(Width);
end;

Positionieren Sie den Cursor über dem Bezeichner "DoSomething", drücken Sie Strg+ Shift+C und Sie erhalten:

procedure DoSomething(aWidth: LongInt);
begin
 
end;
 
procedure SomeProcedure;
var
  Width: integer;
begin
  Width:=3;
  DoSomething(Width);
end;

"Wortvervollständigung" Strg+W

Sie arbeitet ähnlich wie die "Bezeichner-Vervollständigung", aber sie funktioniert nicht nur mit Pascal-Bezeichnern, sondern mit allen Wörtern. Sie lässt Sie aus allen Wörter in allen geöffneten Dateien wählen, die mit dem selben Buchstaben beginnen.

Unterstützung von Include-Dateien

Delphi unterstützt diese nicht, und daher haben Sie wahrscheinlich noch nicht viele Include-Dateien erstellt. Aber Include-Dateien haben einen großen Vorteil: Sie machen es möglich, plattform-unabhängigen Code zu schreiben ohne Ihren Code durch IFDEFs unübersichtlich zu machen. Zum Beispiel: Method jumping, Class Completion, find declaration, .. arbeiten alle mit Include-Dateien.

Es gibt viele Optionen für die Code Features.

Designer

- Richtlinien

Objektinspektor

In den Delphi und Lazarus IDE's wird der Objektinspektor benutzt, um Komponenteneigenschaften zu editieren und Ereignisse zuzuweisen etc. Die folgenden Zeilen zeigen einige kleinere Unterschiede, auf die man achten muss:

  1. Seit Delphi5 gibt es im Objektinspektor einen Objekt-Treeview, der zum Navigieren und Auswählen von Objekten unter Darstellung ihrer Hierarchie genutzt werden kann und so wahlweise die Dropdown-Liste des Objektinspektors ersetzt. In Lazarus ist dieser Treeview fester Bestandteil des Objektinspektors und er ersetzt die Dropdown-Liste völlig. Die Anzeige kann über das Kontextmenü "Komponentenbaum anzeigen" aktiviert bzw. deaktiviert werden.
  2. In Delphi wird ein Doppelklick auf ein leeres Ereignis automatisch eines erzeugen und den Quelltext-Editor an dieser Position öffnen, in Lazarus gibt es alternativ dazu eine Schaltfläche auf der rechten Seite der ausgewählten Drop-down-Liste, die diese Aktion ebenfalls ausführt.
  3. In Delphi müssen Sie den Namen eines Ereignisses in der Editierzeile manuell löschen, um Anhänge zu entfernen. In Lazarus können Sie mittels Drop-down "keine" auswählen.
  4. Ähnlich wie bei Ereignissen, wird ein Doppelklick auf normale Eigenschaften wie 'boolean' nicht den Wert ändern. Sie müssen ihn aus einer Drop-down-Liste wählen. Und um solche mit einem zugeordneten Editorformular zu öffnen, müssen Sie auf den '...'-Button rechts vom Edit/Drop-down klicken.

Packages

F: Kann Lazarus Delphi-Packages installieren und verwenden?

A: Nein, weil diese auf die "Delphi Compiler Magie" angewiesen sind.

F: Brauchen wir speziell für Lazarus erstellte Packages?

A: Ja. Erzeugen Sie ein neues Package, speichern Sie es im Package-Quellen-Verzeichnis (normalerweise das selbe Verzeichnis wie das der .dpk Datei), fügen Sie die LCL als benötigtes Paket und schließlich die .pas Dateien selbst hinzu. Sie können es installieren oder es ab jetzt in ihren Projekten verwenden. Es gibt einige Unterschiede zwischen Lazarus- und Delphi-Packages, daher lesen Sie bitte

- die docs/Packages.txt in den Lazarus Quellen.

VCL -> LCL

Obwohl die VCL und die LCL beide meist den selben Zwecken dienen - dem einer objekt-orientierten Komponenten-Hierarchie ausgerichtet auf Rapid Application Development - sind sie nicht identisch. Während zum Beispiel die VCL viele nicht-visuelle Komponenten enthält, versucht die LCL nur visuelle Komponenten zu liefern, während die meisten nicht-visuellen Komponenten (wie zum Beispiel db access) von der FCL zur Verfügung gestellt werden, die in Free Pascal enthalten ist.

Zusätzlich mögen viele Bedienelemente, die in der VCL enthalten sind, nicht in der LCL existieren, oder umgekehrt. Sogar wenn Bedienelemente in beiden existieren, sind VCL und LCL keine echten Klone. Und deshalb müssen Änderungen gemacht werden in Anwendungen, Komponenten und Bedienelementen, wenn sie portiert werden.

Das Folgende ist eine unvollständige Beschreibung der wichtigsten Unterschiede oder Inkompatibilitäten zwischen Delphi und Lazarus für Delphi-Benutzer. Es behandelt hauptsächlich die Unterschiede der VCL von D4, teilweise aber auch D5, D6, oder D7, mit der gegenwärtigen LCL, wie sie im SVN vorliegt. Insoweit können Unterschiede zu den von Ihnen verwendeten Versionen von Delphi und LCL bestehen. Sollten Ihnen Unterschiede oder Ungenauigkeiten zwischen dem Folgenden und der aktuellen LCL oder Ihrem Delphi auffallen, dann bitten wir Sie, den vorliegenden Text entsprechend zu modifizieren oder neue Abschnitte anzufügen. Wir möchten diese Beschreibung so umfassend und aktuell wie möglich für alle Lazarus-User zur Verfügung stellen.

TControl.Font/TControl.ParentFont

In der VCL ist es ziemlich einfach und normal, einen spezifischen Schriftart-Namen und Schriftart-Eigenschaften wie 'fett' und 'kursiv' für die Bedienelemente zu benutzen. In aller Regel werden diese Voreinstellungen auch entsprechend verwendet. Im laufenden Programm können sich diese Einstellungen von den Vorgaben von Windows unterscheiden. Ferner wird die TControl.ParentFont Eigenschaft mitgeliefert, die sicher stellt, dass ein Bedienelement immer der Schriftart seiner parent's folgt.

Dies trifft in der LCL nicht immer zu. Die LCL als cross-Plattform/cross-Interface hingegen, benutzt das Widget-Toolset, das aktuell auf dem benutztem Betriebssystem verwendet wird. Wenn ihr Desktop also gerade das GTK Interface benutzt, so wird LCL immer die Themes und spezifischen Schriftarten für Schaltflächen des GTK Widget-Toolset benutzen.

Das bedeutet, dass die meisten LCL Bedienelemente dem Desktop-Design des Zielrechners entsprechen werden. Das 'Look and feel' Ihrer Programmoberfläche kann sich also auf verschiedenen Zielrechnern auch entsprechend der Desktop-Einstellungen ändern.

Bedienelemente ziehen und andocken

In der VCL implementieren die meisten (Win-)Bedienelemente Methoden und Callback-Funktionen für die Handhabung des Ziehens (dragging) und Andockens von Bedienelementen, z.B. Ziehen eines Bedienelements von einem Panel und Andocken an einem anderen Panel zur Laufzeit.

Diese Funktionalität ist in der LCL derzeit noch nicht implementiert/beendet. Sie befindet sich gegenwärtig im Anfangsstadium der Planung und stellt schon einen Teil der Kompatibilität für diesen Verhalten bereit, wenn auch nicht in exakt der selben Art und Weise.

Das bedeutet derzeit, dass kein Bedienelement die folgenden TControl Funktionen, Prozeduren, Eigenschaften oder Ereignisse erben/benutzen wird -

Protected
  function GetDockEdge(MousePos: TPoint): TAlign;
  function GetDragImages: TDragImageList;
  function GetFloating: Boolean;
  function GetFloatingDockSiteClass: TWinControlClass;
  procedure DoEndDrag(Target:TObject); X, Y: Integer);
  procedure DockTrackNoTarget(Source: TDragDockObject; X, Y: Integer);
  procedure DoEndDock(Target: TObject; X, Y: Integer);
  procedure DoDock(NewDockSite: TWinControl; var ARect: TRect);
  procedure DoStartDock(var DragObject: TDragObject);
  procedure DragCanceled;
  procedure DragOver(Source: TObject; X, Y: Integer; State: TDragState;
                    var Accept: Boolean);
  procedure DoEndDrag(Target: TObject; X, Y: Integer);
  procedure DoStartDrag(var DragObject: TDragObject);
  procedure DrawDragDockImage(DragDockObject: TDragDockObject);
  procedure EraseDragDockImage(DragDockObject: TDragDockObject);
  procedure PositionDockRect(DragDockObject: TDragDockObject);
  procedure SetDragMode(Value: TDragMode);
  property DragKind: TDragKind;
  property DragCursor: TCursor;
  property DragMode: TDragMode;
  property OnDragDrop: TDragDropEvent;
  property OnDragOver: TDragOverEvent;
  property OnEndDock: TEndDragEvent;
  property OnEndDrag: TEndDragEvent;
  property OnStartDock: TStartDockEvent;
  property OnStartDrag: TStartDragEvent;
public
  function Dragging: Boolean;
  function ManualDock(NewDockSite: TWinControl; DropControl: TControl;
                     ControlSide: TAlign): Boolean;
  function ManualFloat(ScreenPos: TRect): Boolean;
  function ReplaceDockedControl(Control: TControl; NewDockSite: TWinControl;
                      DropControl: TControl; ControlSide: TAlign): Boolean;
  procedure BeginDrag(Immediate: Boolean; Threshold: Integer);
  procedure Dock(NewDockSite: TWinControl; ARect: TRect);
  procedure DragDrop(Source: TObject; X, Y: Integer);
  procedure EndDrag(Drop: Boolean);
  property DockOrientation: TDockOrientation;
  property Floating: Boolean;
  property FloatingDockSiteClass: TWinControlClass;
  property HostDockSite: TWinControl;
  property LRDockWidth: Integer;
  property TBDockHeight: Integer;
  property UndockHeight: Integer;
  property UndockWidth: Integer;

dass die folgenden Klassen nicht existieren/nicht verwendet werden können -

TDragImageList = class(TCustomImageList)
TDockZone = class
TDockTree = class(TInterfacedObject, IDockManager)
TDragObject = class(TObject)
TBaseDragControlObject = class(TDragObject)
TDragControlObject = class(TBaseDragControlObject)
TDragDockObject = class(TBaseDragControlObject)

und dass die folgenden Funktionen auch nicht benutzbar/inkompatibel sind -

function FindDragTarget(const Pos: TPoint;
                         AllowDisabled: Boolean) : TControl;
procedure CancelDrag;
function IsDragObject(sender: TObject): Boolean;

Der Start des Docking-Managers wird hier beschrieben: Anchor Docking

TEdit/TCustomEdit

Die Edit-Bedienelemente, die grundsätzlich gleich in der LCL wie in der VCL funktionieren, besitzen einige Besonderheiten, die bei einer Konvertierung beachtet werden sollten -

  1. Wegen Restriktionen in den Interfaces, arbeitet TEdit.PasswordChar noch nicht mit allen Interfaces (obwohl es mit der Zeit möglich sein wird), anstelle von TCustomEdit.EchoMode sollte emPassword benutzt werden, falls der Text verborgen werden muss.
  2. On Drag/Dock Ereignisse sind noch nicht implementiert. Für mehr Informationen schauen Sie bitte im vorherigen Abschnitt Bedienelemente ziehen und andocken nach.
  3. Font-Eigenschaften werden üblicherweise für die Interface-Konsistenz ignoriert, für eine detaillierte Beschreibung schauen Sie bitte TControl.Font/TControl.ParentFont an.

TDBImage

Delphi und Lazarus haben beide ein TDBImage-Steuerelement, das Bilder anzeigt, die in einem Datenbankfeld gespeichert sind. Zusätzlich speichert Lazarus Informationen über den Bildtyp in dem Datenbankfeld vor den eigentlichen Bilddaten. Siehe die Prozedur TDBImage.UpdateData Dies bedeutet, dass die Implementationen von Delphi und Lazarus nicht kompatibel zueinander sind.

Anmerkung: Die aktuelle Entwicklerversion (r40924, April 2013) Lazarus trunk hat Änderungen implementiert, die ein Delphi-kompatibles Verhalten gestatten. Bitte sehen Sie Lazarus_1.2.0_release_notes#TDBImage für Details.

(optional) TSplitter -> TPairSplitter

Bitte verbessern Sie mich

Es gibt jetzt ein TSplitter Bedienelement in der LCL, so dass kein Bedarf zum Konvertieren besteht.

Nichtsdestoweniger, wenn Sie es doch wollen, hier ist es beschrieben:

Das Folgende basiert lose auf den Fragen von Vincent Snijders in der Mailingliste und Antworten von Andrew Johnson:

Das in Delphi enthaltene "Splitting"-Control, das zwischen zwei Komponenten platziert werden kann, um dem einen oder anderen mehr Platz zu geben, wird in der VCL durch einen TSplitter realisiert. Dieses wird oft benutzt, beispielsweise in Delphi zwischen dem angedockten Codeexplorer und dem Quelltextfenster.

In der LCL gibt es dafür allerdings ein eigenes Control, den TPairSplitter, das den selben Zweck erfüllt, wie der TSplitter, allerdings zu diesem nicht kompatibel ist. Es sind also, wenn Sie Ihr Programm von einem TSplitter auf einen TPairsplitter ändern wollen, einige Anpassungen nötig.

Was sind nun genau die Unterschiede?

Der größte Unterschied ist, dass ein TSplitter keine "Kinder" besitzt. Stattdessen wird es zwischen zwei Controls positioniert, die mittels Align ausgerichtet werden. So erlaubt er während der Laufzeit die dynamische Größenanpassung dieser Controls. Um dies zu ermöglichen, muss links und rechts ein mittels Align ausgerichtetes Control vorhanden sein. (Beispielsweise ein links-ausgerichtetes Panel + ein links-ausgerichteter TSplitter + ein client-ausgerichtetes Panel).

In der LCL ist der TPairSplitter ein spezielles Control mit zwei Panels. Er kann nur nützlich werden, wenn die zu verändernden Controls auf beiden Panels liegen. Er vergrößert bzw. verkleinert also die beiden Panels, unabhängig davon, ob sie Komponenten enthalten oder nicht.

Der andere entscheidende Unterschied ist, dass der TSplitter der VCL seine Position relativ zu den anderen Komponenten verändert, abhängig von seiner Split-Position.

In der LCL dagegen besitzt der TPairSplitter durch die Panels eine absolute Position, wie andere Controls auch, die sich nach den Eigenschaften top und left richtet. So verändert sich die Position nicht automatisch, wenn die Split-Position verändert wird. Ist dies erwünscht, ist es nötig, einen entsprechenden Callback zu setzen und die entsprechenden Einstellungen zu setzen.

Beispielsweise befindet sich in einem verticalen TPairSplitter eine Komponente mit alClient. Soll diese automatisch bei Größenänderungen des Formulars im Verhältnis angepasst werden, ist es nötig, im OnResize-Ereignis des Formulars die neue Position zu setzen:

 PairSplitter.Position := PairSplitter.Width - PairSplitter.Position; 
Wie kann ich nun existierenden Code, der TSplitter verwendet, zu TPairSplitter konvertieren?

Wenn der Splitter und die Bedienelemente in einer effektiven Funktion (wie form oncreate) erzeugt wurden, sollte die Konvertierung nicht zu schwierig sein, hauptsächlich Reorganisieren des Codes, um die Bedienelemente in der Reihenfolge der neuen Hierarchie zu erzeugen und die Vorgänger der Nachfolgerbedienelemente zu setzen, um in die left/top und right/bottom Eigenschaften des PairSplitter aufzuteilen. Ein Beispiel für die Änderungen ist -

VCL LCL
var 
  BottomPanel: TPanel;
  VerticalSplitter: TSplitter;
  LeftPanel: TPanel;
  HorizontalSplitter: TSplitter;
  MainPanel: TPanel;
 
begin
  BottomPanel:= TPanel.Create(Self);
  with (BottomPanel) do
  begin
    Parent:= Self;
    Height:= 75;
    Align:= alBottom;
  end;
 
  VerticalSplitter:= TSplitter.Create(Self);
  with (VerticalSplitter) do
  begin
    Parent:= Self;
    Align:= alBottom;
  end;
 
  HorizontalSplitter:= TSplitter.Create(Self);
  with (HorizontalSplitter) do
  begin
    Parent:= Self;
    align:= alLeft;
  end;
 
  LeftPanel:= TPanel.Create(Self);
  with (LeftPanel) do
  begin
    Parent:= Self;
    Width:= 125;
    Align:= alLeft;
  end;
 
  MainPanel:= TPanel.Create(Self);
  with (MainPanel) do
  begin
    Parent:= Self;
    Align:= alClient;
    Caption:= 'Hello';
  end;
end;
var
  BottomPanel: TPanel;
  VerticalSplitter: TPairSplitter;
  LeftPanel: TPanel;
  HorizontalSplitter: TPairSplitter;
  MainPanel: TPanel;
 
begin
  VerticalSplitter:= TPairSplitter.Create(Self);
  with (VerticalSplitter) do
  begin
    Parent:= Self;
    Align:= alClient;
    Width:= Self.Width;
    Height:= Self.Height;
    SplitterType:= pstVertical;
    Position:= Height - 75;
    Sides[0].Width:= Width;
    Sides[0].Height:= Position;
  end;
 
  HorizontalSplitter:= TPairSplitter.Create(Self);
  with (HorizontalSplitter) do
  begin
    Parent:= VerticalSplitter.Sides[0];
    Width:= Self.Width;
    Height:= VerticalSplitter.Position;
    align:= alClient;
    SplitterType:= pstHorizontal;
    Position:= 125;
  end;
 
  LeftPanel:= TPanel.Create(Self);
  with (LeftPanel) do
  begin
    Parent:= HorizontalSplitter.Sides[0];
    Align:= alClient;
  end;
 
  MainPanel:= TPanel.Create(Self);
  with (MainPanel) do
  begin
    Parent:= HorizontalSplitter.Sides[1];
    Align:= alClient;
    Caption:= 'Hello';
  end;
 
  BottomPanel:= TPanel.Create(Self);
  with (BottomPanel) do
  begin
    Parent:= VerticalSplitter.Sides[1];
    Align:= alClient;
  end;
end;

Wie man sieht, ist es ziemlich konsistent mit den meisten Kontrollhierarchien. Wenn Sie mit DFM vertraut sind, sollten die notwendigen Änderungen für eine DFM -> LFM Konversion offensichtlich sein, da sie die selbe Art von Änderungen in Parent/Owner darstellen.

Das obige Beispiel würde in etwa so aussehen -


Delphi DFM
(weitere Werte wurden entfernt)
Lazarus LFM
(width, height, etc. entfernt)
object VerticalSplitter: TSplitter
  Height = 3
  Cursor = crVSplit
  Align = alBottom
end
object HorizontalSplitter: TSplitter
  Width = 3
  Align = alLeft
end
object BottomPanel: TPanel
  Height = 75
  Align = alBottom
end
object LeftPanel: TPanel
  Width = 125
  Align = alLeft
end
object MainPanel: TPanel
  Align = alClient
end
object VerticalSplitter: TPairSplitter
  Align = alClient
  SplitterType = pstVertical
  Position = 225
  Height = 300
  Width = 400
  object Pairsplitterside1: TPairSplitterIde
    object HorizontalSplitter: TPairSplitter
      Align = alClient
      Position = 125
      object Pairsplitterside3: TPairSplitterIde
        Width = 125
        object LeftPanel: TPanel
          Align = alClient
          Width = 125
        end
      end
      object Pairsplitterside4: TPairSplitterIde
        object MainPanel: TPanel
          Align = alClient
        end
      end
    end
  end
  object Pairsplitterside2: TPairSplitterIde
    object BottomPanel: TPanel
      Align = alClient
      Height = 75
    end
  end
end

TCustomTreeView/TTreeView

Beide, VCL und die LCL, bieten eine TCustomTreeView/TTreeView Komponente, die für in Bäumen strukturierte Datenlisten mit mehrfachen Knoten und erweiterter Auswahl sowie für Bilderlisten benutzt wird. Und obwohl einige Features vergleichbar sind, sind nicht alle Eigenschaften völlig kompatibel. Hauptsächliche Unterschiede sind folgende -

Unvollständige Liste (sollte aktualisiert werden, um die TCustomTreeView-Markierungsfunktionen und geschützten Methoden zu enthalten)

  1. Die LCL bietet TCustomTreeView.Options, eine Reihe von Optionen, die im Bedienelement eingestellt werden können, um sein Verhalten und Erscheinungbild ändern. Diese Optionen sind :
    • tvoAllowMultiselect - enables multi node select mode, equivalent to enabling TCustomTreeView.MultiSelect in the D6 VCL
    • tvoAutoExpand - Auto Expand nodes, equivalent to enabling TCustomTreeView.AutoExpand
    • tvoAutoInsertMark - Update the Drag preview on mouse move.
    • tvoAutoItemHeight - Passt die Item Höhen automatisch an.
    • tvoHideSelection - Markiert das gewählte Item nicht.
    • tvoHotTrack - use Hot Tracking, equivalent to enabling TCustomTreeview.HotTrack
    • tvoKeepCollapsedNodes - When shrinking/folding nodes, keep the child nodes
    • tvoReadOnly - make Treeview read only, equivalent to enabling TCustomTreeview.ReadOnly
    • tvoRightClickSelect - allow using Mouse Right Clicks to select nodes, equivalent to enabling TCustomTreeView.RightClickSelect
    • tvoRowSelect - Erlaubt das Auswählen von Zeilen, entsprechend der Ermöglichung von TCustomTreeView.RowSelect
    • tvoShowButtons - Zeigt Schaltflächen, entsprechend der Ermöglichung von TCustomTreeView.ShowButtons
    • tvoShowLines - show node lines, equivalent to enabling TCustomTreeView.ShowLines
    • tvoShowRoot - show root note, equivalent to enabling TCustomTreeView.ShowRoot
    • tvoShowSeparators - zeigt Begrenzungszeichen
    • tvoToolTips - show tooltips for individual nodes
  2. Die LCL bietet zusätzliche Eigenschaften:
    • TCustomTreeView.OnSelectionChange Ereignis
    • TCustomTreeView.DefaultItems, für die Standardanzahl von Items
    • TCustomTreeView.ExpandSignType to determine sign used on expandable/collapsible nodes
  3. Obwohl die meisten On Drag/Dock Ereignisse in der LCL verfügbar sind, funktionieren sie nicht. Für mehr Informationen lesen Ssie bitte den früheren Abschnitt über 'Bedienelemente ziehen und andocken'.

Nachrichten / Ereignisse

Die Reihenfolge und Häufigkeit von Nachrichten (Messages) und Ereignissen (Events) (OnShow, OnActivate, OnEnter, ...) unterscheiden sich von der VCL und hängen vom Widgetset ab. Die LCL stellt eine Untermenge von WinAPI-ähnlichen Nachrichten zur Verfügung, um das Portieren von Delphi-Komponenten zu erleichtern, aber fast alle LCL-Nachrichten arbeiten etwas anders als die VCL/WinAPI Gegenstücke. Der größte Teil des Delphi Codes, der WinAPI-Nachrichten benutzt, benutzt sie auch deshalb, weil der VCL ein Feature fehlt oder die VCL zu langsam ist. Solcher Code funktioniert unter der LCL selten genau so und muss sorgfältig und von Hand überprüft werden. Deshalb heißen LCL Nachrichten zum Beispiel LM_SIZE (aus der Unit lmessages) und nicht WM_SIZE.

Anmerkung über den Umgang mit benutzerdefinierten Nachrichten! Seit der Version 0.9.26 (Dezember 2008), unterscheidet sich der Umgang mit benutzerdefinierten WinAPI-Nachrichten (z.B. WM_HOTKEY, WM_SYSCOMMAND) von der Art, wie Delphi diese Nachrichten behandelt. Derzeit können Sie diese nicht mittels der Direktive message oder durch Überschreiben der WndProc-Methode des Formulars ansprechen. Der einzige Weg dazu besteht darin, im Formular selbst einen Hook auf Windows windowproc anzulegen. Lesen Sie hier weiter: Processing non-user messages in your window

Siehe auch